Ein solarenergetischer Dachraumausbau 

Passive Nutzung von Sonnenenergie

Energie ohne Anlagentechnik

Bei diesem Gründerzeithaus in Berliner Bezirk Schöneberg wurde 1990/91 der bestehende Dachboden zu Wohnzwecken ausgebaut.

Die eindeutige Orientierung des Hauses mit einer Nord- und einer Südseite begünstigte die Nutzung passiver solarer Energiegewinne.

So wurde die Nordseite nur mit den zur Belichtung der Räume dienenden Fenstern ausgestattet und dort auch die zeitlich geringer genutzten Räume wie das Bad und Abstellkammern untergebracht. Das Treppenhaus befand sich schon auf der Hofseite und kam dem Konzept der Raumverteilung zu Gute.

Im Süden öffnet sich nun die Dachfläche in einer großen, geschwungenen Gaube mit einer mittig eingesetzten Freiterrasse.

Die Dimensionierung der Fensterflächen und die Wahl der Glasqualität ermöglichen beträgliche passiv-solare Wärmegewinne.

Zum Schutz vor sommerlicher Überhitzung wurden außer einer 20cm starke Wärmedämmung zusätzlich auf der Innenseite Speichermassen in die Dachschrägen einge­baut, die aus formaldehydfreien, zementgebundenen Spanplatten bestehen.

Die hierzu erforderlichen konstruktiven Verstärkungen der vorhandenen Dachsparren konnten zur Integration der Wärmedämmung mit ausreichender Überlüftung genutzt werden und behoben gleichzeitig die durch Kriegsschäden verursachten Schwächungen der Konstruktion.

Zur weiteren Aktivierung von Speichermassen als Regulativ des Raumklimas erhielten die vor­handenen Giebelwände aus Ziegelmauerwerk einen Zementputz und nicht – wie sonst üblich und billiger – Gipskartonplatten.

Die Dachterrasse wird von sommergrünen Gewächsen überrankt und bildet eine selbstregulierende, biologische Verschattung in der warmen Jahreszeit.